220 km durch die Arktis

220 km durch die Arktis

Zum zweiten Mal habe ich das härteste und längste Skirennen der Welt beendet. Mit einer Zeit von 19 h 55 min habe ich die Medaillenzeit von 21 h 22min deutlich unterboten. Damit kommt erstmals die Medaille mit dem Konterfei des ersten Siegers aus dem Jahre 1884 Pava-Lasse Nilsson Tuorda zum SV Großwaltersdorf.

28. März 2026: Es ist kurz nach 4 Uhr morgens in Jokkmokk. Der kleine Ort im schwedischen Teil Lapplands liegt nur 5 km nördlich des Polarkreises. 467 Skilangläufer aus 21 Nationen haben sich versammelt, um im Schneetreiben 110 km bis Njávve zu fahren und von dort 110 km zurück. Auf unserem Planeten gibt es kein längeres und härteres Skirennen. Jeder, der hier am Start steht, ist schon ein Gewinner und hat Mut bewiesen. Das Rennen ist bei Weitem nicht ausgebucht. Viele schreckt allein schon die Zahl 220 ab und dennoch ist es nicht nur die Anzahl der reinen Kilometer, sondern die Bedingungen in der Arktis die unberechenbar sein können. So schwingt vor dem Start bei allen die Demut vor der Natur und der Aufbruch ins Ungewisse mit. Dass ich überhaupt am Start stehe, hat sich erst 23 Tage vor dem Lauf entschieden. Günter Köhler aus Oberfrauendorf hatte mir hier einen freien Platz besorgt und dafür Sorge getragen, dass ich diesen auch annehme. Eine lange Vorbereitungszeit war somit nicht mehr möglich und Schnee gab es im Isergebirge und Erzgebirge auch nicht mehr so richtig. So fand die letzte Einheit vor der Abreise nicht auf Schnee, sondern im Laufschuh durch Zehdenick an der Havel statt. Aber eine meiner Stärken ist, dass ich für solche Sachen, sei es auf dem Rad, beim Schwimmen oder eben im Skilanglauf auch spontan ohne spezifische Vorbereitung einspringen kann. Um 5 Uhr erfolgt der Start und alle hatten 30 Stunden Zeit, ......

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