24.01.2026 - 24h-Lauf Reit im Winkl, Carl Gabriel

24.01.2026 - 24h-Lauf Reit im Winkl, Carl Gabriel

Am Wochenende des 24-Stunden-Laufs in Reit im Winkl hat sich unser Verein aufgeteilt:

Während ein Teil zu den Landesjugendspielen unterwegs war und Nico am Skadi Loppet in Bodenmais teilnahm, wollte ich einmal etwas neues ausprobieren.


Also fuhr ich bereits am Freitag nach Reit im Winkl, um am Samstag beim 24-Stunden-Lauf zu starten. Mein Plan war, den Lauf ruhig anzugehen. Das Wetter war ideal: tagsüber etwa +3 °C, nachts bis zu –6 °C, kein Wind, meist klare Sicht, also perfekte Bedingungen für ein langes Rennen.

Die Strecke war laut GPS 1,7 km lang, laut Veranstalter 2,1 km.
Sie war durchgehend mit Flutlicht ausgeleuchtet, also brauchte man keine Stirnlampe.
Die Runde war kurz, aber nicht flach. Gleich nach dem Start ging es leicht bergab, nach etwa 600 m kam eine Kurve mit einem kleinen Anstieg, gefolgt von einer kurzen Abfahrt.
Danach kam eine 90°-Kurve, die viel Schwung nahm.
Anschließend folgte der steilste Anstieg des Rennens, den ich insgesamt 161-mal hoch laufen musste. Da ich Skating lief, brauchte ich mir keine Sorgen um den Stieg zu machen.
Oben angekommen, war ich erleichtert und wusste: "Der Rest der Runde läuft fast von allein". Zum Ende der Runde führte es eine schöne Abfahrt hinunter, den ich in der eisigen Spur fahren konnte.


Der Start erfolgte am Samstag um 12 Uhr, das Ziel war Sonntag 12 Uhr. Die ersten vier Stunden liefen entspannt, ich war noch motiviert und frisch. Zwischen 16 und 18 Uhr fand eine Sprintwertung statt: Wer in diesem
Zeitraum die schnellste Runde lief, konnte ein Paar Ski gewinnen.
Da ich mich noch gut fühlte, wagte ich zwei schnelle Runden. Nach 90 zurückgelegten Kilometern gelang mir eine Rundenzeit von 4:47 Minuten.
Diese Belastung spürte ich allerdings in den folgenden Runden deutlich.
Mit zunehmender Laufzeit wurden die Pausen länger und notwendiger. Für kleine Pausen teilte ich mir mit Tobias ein Pavillon für die Verpflegung und den Skiwechsel.
Die schwierigsten Stunden waren zwischen 23 und 2 Uhr:
Nach 11 Stunden auf den Ski merkt man die Müdigkeit deutlich, und das Ziel liegt gefühlt noch weit entfernt. Nachdem ich um 2 Uhr eine größere Pause eingelegt hatte, ging es etwas motivierter weiter. Ich wusste: Jetzt sind es weniger als zehn Stunden – jede Runde bringt dich näher ans Ziel.
Gegen 4 Uhr und 8 Uhr gönnte ich mir je eine längere Pause. Mit dem Morgengrauen kam neue Energie.

Sobald das Tageslicht zurückkehrt, wird es mental leichter. Die letzten vier Stunden zählte ich im Kopf herunter, motivierte mich mit kleinen Zwischenzielen: sieben Runden, dann vielleicht acht – oder nur noch drei, bis zur nächsten Pause. Zum Schluss reichte es für insgesamt 280 km nach
GPS, was mir den zweiten Platz in der Einzelwertung einbrachte.

In der Sprintwertung war ich jedoch der Schnellste und konnte mich dort über den Sieg und ein paar Ski freuen. Eine Stunde danach saß ich endlich im Auto, erschöpft, aber zufrieden.


Ohne meinen Vater als Unterstützungt wäre diese Leistung kaum möglich gewesen, er hat gewachst, mit nicht gefrorener Verpflegung versorgt und mich motiviert, wenn es nötig war.
Das wichtigste beim 24-Stunden-Lauf? Weniger Pausen, mehr Zeit auf der Strecke. Am Ende zählt nicht die Geschwindigkeit, sondern die konstante Bewegung.

Autor: Carl G.